20/08/2020
Das Archipel ist ein Ort, den wir als „common“ bezeichnen wollen. Es schwimmt seit fünf Jahren auf wechselnden Gewässern Hamburgs, mit Heimathafen Veringkanal. Um das Archipel hat sich ein loses Kollektiv gebildet, welches seit April 2018 auch die Schute als weiteren Raum des Archipels mit Konzerten, Ausstellungen und Performances bespielt. Besonders wichtig war uns von Beginn an, dass jede*r die Möglichkeit haben sollte den Raum mit eigenen Ideen zu füllen. Als interne Struktur versuchten wir uns gegenseitig größtmögliche Freiheiten zu geben. Jede*r buchte und veranstaltete nach eigener Maßgabe. Es gab anfangs keine Organisationsstruktur, das heißt Absprachen, Erfahrungen, (Wissens-)Hierarchien, Alltag und Freundschaften formten im Laufe der Zeit ein organisatorisches Gerüst. Die Leitsätze "The doer decides" und "Mach doch einfach" lenkten jeden kleinen und großen Entscheidungsprozess.
Schwerwiegende Konflikte innerhalb unserer Gruppe wurden Mitte 2019 zunehmend untragbar und wir haben gemerkt, dass es nicht ausreichte ein "offener Raum" mit freundschaftlichen Bezügen zu sein, weil uns dies im Konflikt nicht weiterbrachte. Es brauchte schnellstmöglich ein Fundament für klare Absprachen und klare Grenzen gegenüber nicht tolerierbarem Verhalten.
Da wir als Kollektiv einen „offenen“ Raum begonnen hatten, gab es keinen offensichtlichen Weg mit Konflikten innerhalb dieser Gruppe umzugehen und keinen offensichtlichen Weg, um die Beteiligung und den Kontakt mit einem Mitglied zu verringern, das eindeutig nicht bereit war, in Abstimmung mit dem Rest der Gruppe zu agieren. Nach lang andauernden Gesprächen folgte daraufhin bedauerlicherweise der Ausschluss einer, an maßgeblich öffentlichkeitswirksamen Prozessen beteiligten Person, aus der Gruppe.
Was unsere Außenwirkung anbelangt sind wir uns der Tatsache bewusst, dass Einzelne vorgeblich in unserem Namen Inhalte und Meinungen verbreitet haben - und dies offenbar nach wie vor tun - und dadurch der lokalen Gemeinschaft und dem Sozialraum Irritationen und Verletzungen zugefügt haben, dessen Ausmaß wir uns als Gruppe langsam gewahr werden. Solltet ihr Fragen, Anregungen, Wünsche, etc. haben, wollen wir sicherstellen, dass wir in Zukunft erreichbar für euch
sind.
Wir wissen, dass wir aufgrund des späten Ausschlusses zu dieser Situation beigetragen haben und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Unser Verarbeitungsprozess hierfür geht weiter. Diese Zeilen sind ein Schritt in diese Richtung, ein weiterer ist die Konstitution eines Selbstbildes, dessen Schaffung längst überfällig ist. Die Schute darf kein Ort sein, an dem grenzüberschreitendes und missbräuchliches Verhalten egal welcher Art ohne Konsequenz möglich sind. Wir bedauern von uns begangene Fehler und verstehen voll und ganz, dass unsere Untätigkeit einige Menschen veranlasst hat von uns betriebene Räume zu meiden und ihren Freunden dies ebenso zu raten. Während wir versuchen eine vollständige Aufarbeitung und Umstrukturierung vorzunehmen, möchten wir euch um euren Input bitten.
Wenn ihr Vorschläge dazu habt, wie wir daran arbeiten können die Räume um das Archipel noch zugänglicher und sicherer für euch zu machen, würden wir uns freuen wenn ihr mit uns in Kontakt tretet.
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