04/01/2025
[Arsenal on Location]
Zu seinem 100. Geburtstag würdigt das Kino im Sprengel in Zusammenarbeit
mit dem Arsenal und der Amílcar-Cabral-Gesellschaft den politischen Denker und Freiheitskämpfer Amílcar Cabral (1924–1973) mit einem Filmprogramm. Die Geschichte des guineischen Films beginnt während des 11 Jahre andauernden Unabhängigkeitskrieges (1963–1974) mit Portugal.
Amílcar Cabral, der damals Führer der PAIGC (Afrikanische Partei für die Unabhängigkeit von Guinea und Kap Verde) war, schickte vier junge
Guineer – Flora Gomes, Sana na N'Hada, Josefina Crato und José Bolama
Cobumba – an das kubanische Filminstitut (ICAIC). Mit Unterstützung des
Kinos wollte Cabral seinem Volk und der Welt den andauernden Kampf
bewusst machen. Die Macht der Bilder nutzte er zur Bildung einer neuen
nationalen Identität auf visueller Ebene.
Film war ein politisches
Instrument, eine Möglichkeit, die Säulen eines kollektiven Gedächtnisses
zu errichten und damit den Aufbruch des gerade befreiten Guineas zu fördern.
Der Filmbestand des guinea-bissauischen Filminstituts INCA wurde im
Bürgerkrieg 1998/99 fast vollständig vernichtet, nur ein kleiner Teil
konnte im Rahmen des Arsenal-Projekts Animated Archive digitalisiert
werden. Federführend bei der Rettung des Materials und der
Zusammenarbeit mit lokalen Künstler*innen ist die portugiesische
Regisseurin Filipa César, was sich auch in ihren Filmen niederschlägt.
Das Kino im Sprengel zeigt am Freitag 17.01. und am Samstag 18.01.2025 (Siehe in Veranstaltungen) eine kleine Auswahl, darunter ihren
letzten Film RESONANCE SPIRAL (Portugal/Guinea-Bissau/D 2024), den sie
gemeinsam mit Marinho de Pina realisierte und der 2024 im Forum der
Berlinale seine Premiere feierte und seitdem im Verleih von arsenal
distribution ist.