07/05/2026
🎥 Filmhaus Bielefeld präsentiert: „FRIENDLY FIRE“ von Klaus Fried und Julia Albrecht
Wir zeigen am Dienstag, den 12.Mai um 19Uhr in der Kamera:
„FRIENDLY FIRE“ von Klaus Fried und Julia Albrecht.
Der Österreicher Erich Fried ist der bis heute meistgelesene, deutschsprachige Lyriker, auch wenn wir seine Liebesgedichte manchmal nicht mehr hören können. Seine Lebensumstände sind die eines traumatisierten, hochgebildeten und empathischen Unruhestifters und einem fast krankhaften Drang zur Versöhnung mit den Extremen politischer Überzeugungen, von RAF bis Neo-Nazi Michael Kühnen. Ein Mann, selbst 1938 vor den N***s aus Wien geflohen, ein Sisyphos, der unverdrossen an Verständigung arbeitete.
Sein Sohn Klaus Fried, der in England lebt und seinem Vater beklemmend ähnlichsieht, beklagt, dass er ihn mit einer Generation junger Deutscher teilen musste, die ihren eigenen nicht trauen konnten. Das Haus in London war eine zum Bersten volle German Embassy of the left. Idealisten, Terroristen, die in der Küche eine Entführung planten und Horden kiffender Hippies gaben sich die Klinke in die Hand. Für seine Besucher ein Guru, war Papa für seine eigenen Kinder schwer zu erreichen. Ein Spielzeugmacher und Insektenretter, der alles reparieren konnte. Ein Sammler, der an keinem Müllcontainer vorbeikam, ohne Gegenstände herauszufischen, deren Leben aus seiner Sicht noch nicht zu Ende war.
Der Film ist ein Feuerwerk der jüngeren Geschichte Europas: Vom Anschluss Österreichs über die Nazi-Verbrechen, die deutsche Teilung mit Fried als kundigem Wanderer zwischen den Welten, die wilden Sixties und die Unruhen der 68er, Vietnam, den Terrorismus der RAF und die zusammengeklaubten Theorien späterer Exegeten. Fried senior tritt dabei gelegentlich von der Seitenlinie mit beeindruckender Poesie auf, die bisher nur wenige von ihm kennen.
Länge: 107min, Deutschland, Österreich 2025, OmdU.
Tickets: https://www.arthousekinos-bielefeld.de/