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Lemmiblog Ich gehe sehr gern ins Kino, lese sehr gern und zocke :D

ALLES REINE INTERPRETATIONSSACHE Odysseus ist kein listiger Held, sondern ein alter, gebrochener Mann. Er sitzt auf Kaly...
20/07/2026

ALLES REINE INTERPRETATIONSSACHE

Odysseus ist kein listiger Held, sondern ein alter, gebrochener Mann. Er sitzt auf Kalypsos Insel fest und versucht verzweifelt, sich zu erinnern, was passiert ist und ob er eine Familie hatte. In der Zeit macht sich sein Sohn Telemachos auf die Suche nach seinem Vater, während die Freier auf Ithaka den Platz des Königs für sich beanspruchen.

The Odyssey geht ca. 170 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier Christopher Nolans Interpretation der berühmten Sage und muss sagen: Es gibt einige brachial starke Momente. Alles rund ums Trojanische Pferd, die Verwandlung bei Kirke oder die Passagen auf See sind hervorragend inszeniert. Dazu kommt ein fantastischer Soundtrack, schöne Schauplätze und ein Cast, der abliefert.
Allerdings gibt es einige Entscheidungen, die mir sauer aufstoßen. So fehlt die berühmte List des "Niemand", der Windgott Aiolos taucht gar nicht auf, ebenso wenig wie die Phaiaken, ohne die Odysseus nie nach Ithaka zurückkehren würde. Die nicht Lineare Erzählweise war ebenfalls so gar nicht meins.
Auch die Spannung hat mir häufig gefehlt. Der Zyklop sieht zwar toll aus, handelt aber sofort, ohne dass Atmosphäre aufgebaut wird. Die riesigen Krieger in dem verschobenen Wald wirkten völlig überflüssig. Skylla und Charybdis werden erstaunlich schnell abgehandelt und hinterlassen kaum Eindruck.
Was mir außerdem komplett fehlte, war die Bindung zu Odysseus' Mannschaft. Kaum jemand wird namentlich erwähnt oder bleibt im Gedächtnis. Mit Ausnahme von Eurylochos wirken die meisten eher wie austauschbare Statisten, wodurch viele Verluste ihre emotionale Wirkung verlieren.
Unterm Strich bleibt eine bildgewaltige Verfilmung mit einem fabelhaften Sound, großartigen Darstellern und einigen beeindruckenden Szenen. Sie wird definitiv nicht zu meiner Lieblingsverfilmung der Odyssee werden, langweilig ist sie aber nie.

7,5/10 Punkten. Noch eine kleine Kante zum Schluss: Der Hype um "70-mm-IMAX" wirkt auf mich, als hätten 12 jährige zum ersten Mal ein Schmuddelheft entdeckt. Beeindruckend? Ja, aber hypen tut mich das nicht.

DAS SCHLIMMSTE, WAS DU GETAN HAST? Emma und Charlie sind unheimlich ineinander verliebt und freuen sich auf ihre Hochzei...
19/07/2026

DAS SCHLIMMSTE, WAS DU GETAN HAST?

Emma und Charlie sind unheimlich ineinander verliebt und freuen sich auf ihre Hochzeit. Zumindest so lange, bis sie mit ihren Trauzeugen darüber sprechen, was das Schlimmste ist, das sie jemals getan haben. Als Emma ihre Geschichte erzählt, schockiert sie alle so sehr, dass danach nichts mehr ist wie zuvor.

Drama geht ca. 105 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier ein romantisches Drama mit Zendaya und Robert Pattinson in den Hauptrollen als glückliches Paar, tja... bis das Donnerwetter hereinbricht.
Sich gegenseitig das Schlimmste zu erzählen, was man jemals getan hat, damit keine Geheimnisse existieren, ist auf dem Papier eine nette, naive Idee. Solange es um Jugendsünden oder Peinlichkeiten geht, mag das auch funktionieren. Ich persönlich wüsste nicht mal, was ich erzählen sollte. Das Problem ist nur: Was Emma offenbart, ist für mich nicht ehrlich sein sondern dumm sein. Dass daraus anschließend ein riesiges Drama konstruiert wird, mag für Psychoanalytiker ein spannendes Gedankenspiel sein. Mich hat das Ganze allerdings kaltgelassen.
Die Figuren gehen größtenteils in Ordnung. Bis auf Charlie. Meine Fresse, was für eine Weichflöte. Er stellt nach Emmas Geständnis jede Situation ihrer Beziehung infrage und schafft es dann noch, kurz vor seiner Hochzeit das Dümmste zu tun, was man in dieser Situation machen kann.
Wie Forrest Gump schon sagte: "Dumm ist der, der Dummes tut." und genau das beschreibt hier gefühlt jede Figur. Einzig Charlies Trauzeuge Mike scheint als einziger noch über eine Gehirnsynapse zu verfügen.
Unterm Strich bleibt ein Film, der für Gesprächsstoff sorgt und interessante Gedankenspiele anstößt. Bei mir wollte der Funke allerdings nie überspringen, weil ich das gesamte Drama, ähnlich wie bei Das perfekte Geheimnis, einfach nicht nachvollziehen konnte. Vieles ist künstlich aufgeblasen, nur damit es emotional eskaliert.

6/10 Punkten. Vielleicht bin ich einfach zu pragmatisch, aber wenn eine Beziehung an einem einzigen Gespräch zerbricht, war sie vermutlich schon vorher so wacklig wie ein ausgegrabener Klappstuhl.

RITTERTURNIER IN KALTENBERG In Kaltenberg bei Geltendorf stand das berühmte Ritterturnier auf dem Programm. Passend dazu...
18/07/2026

RITTERTURNIER IN KALTENBERG

In Kaltenberg bei Geltendorf stand das berühmte Ritterturnier auf dem Programm. Passend dazu gab es unzählige Stände mit Schnitzereien, Schmuck und allerlei mittelalterlichem Handwerk. Natürlich durfte auch das Essen nicht fehlen. Ich habe mir ein Flanksteak gegönnt und an Getränken gab es alles, was das Herz begehrt, von Met über Bier bis zum Wasser. Eine herrliche Anekdote war, dass jedes Mal gejubelt wurde, wenn man Trinkgeld gab.

Das Ritterturnier selbst war schlichtweg beeindruckend. Den Anfang machten Pferdeartisten, deren Kunststücke so unfassbar gut waren, dass ich manches nicht mal im normalen Stand hinbekommen würde.
Anschließend begann die Geschichte. Der junge Prinz wird zum Ritter geschlagen, erfährt jedoch kurz darauf eine dunkle Wahrheit über seine Eltern. Eine Verschwörung nimmt ihren Lauf und drei Königreiche wollen sich bei einem großen Turnier gegen die Intriganten stellen. Kurz vor der entscheidenden Schlacht ziehen allerdings zwei Königreiche den Schwanz ein. So stehen unser Held und seine zwei Gefährten plötzlich einer doppelt so großen Streitmacht gegenüber. Dass dabei nicht fair gekämpft wird, versteht sich von selbst.
Die Choreografien sind fantastisch, die Darsteller sind mit Leidenschaft bei der Sache und die wenigen Spezialeffekte wissen zu überzeugen. Besonders gelungen sind die Dialoge, die immer wieder mit trockenem Humor aufgelockert werden. Dadurch vergehen die knapp 100 Minuten wie im Flug.
Unterm Strich bleibt für mich eine beeindruckendste Live-Show. Die Mischung aus Reitkunst, Schwertkämpfen, Humor und einer überraschend stimmigen Geschichte funktioniert hervorragend und macht das Kaltenberger Ritterturnier absolut empfehlenswert.

10/10 Punkten. Fun Fact: Das Kaltenberger Ritterturnier gilt als eines der größten Ritterturniere der Welt und spätestens wenn hunderte Zuschauer ne Laolawelle machen, merkt man schnell, dass hier nicht nur ein paar Leute mit Schwertern spielen, sondern ein echtes Spektakel auf die Beine gestellt wird.

GELD MACHT GLÜCKLICH, IST SO Becket ist das letzte Glied einer Erbkette. Seine Mutter, die einst von der Familie verstoß...
15/07/2026

GELD MACHT GLÜCKLICH, IST SO

Becket ist das letzte Glied einer Erbkette. Seine Mutter, die einst von der Familie verstoßen wurde, hat ihm eingetrichtert, dass nur er dieses Vermögen verdient. Nachdem er auch noch seinen Job verliert, fasst Becket einen mörderischen Plan: Die 7 vor ihm in der Erbfolge müssen weg.

How to Make a Killing geht ca. 105 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier eine Komödie mit Glen Powell in der Hauptrolle und ganz ehrlich, der Mann trägt den Film im Alleingang. Er ist charmant, sympathisch und hat dieses Talent, selbst fragwürdige Entscheidungen irgendwie nachvollziehbar wirken zu lassen.
Die Geschichte selbst ist kurzweilig, allerdings sind es die Nebenfiguren, die dem Film immer wieder Steine in den Weg legen. Allen voran Julia, gespielt von Margaret Qualley. Beckets Kindheitsschwarm bewertet Männer ungefähr so, wie die Fifa den Fußball: Hauptsache die Finanzen stimmen.
Als das Geld ihres Ehemanns weniger wird und Becket durch eine Reihe von "Unfällen" in der Erbfolge nach oben klettert, wirft sie sich ihm allerdings nicht an den Hals. Stattdessen erwartet sie, dass Becket auf sie wartet, weil er früher in sie verliebt war. Dieser ganze Handlungsstrang ist wirklich anstrengend, vor allem weil Becket im Verlauf sogar einen vernünftigen Job und eine Frau findet. Der eigentliche Plot rund um die Beseitigung der anderen Erben macht Spaß. Man merkt förmlich, wie Becket mit seinen Aufgaben wächst und ein bisschen professioneller wird.
Dennoch bleibt der Film eher im Bereich "ganz nett". Er ist nie langweilig, aber auch nie großartig. Das Finale überrascht allerdings und dürfte die Zuschauer spalten.
Unterm Strich bleibt eine kurzweilige Komödie, die vor allem dank Glen Powell funktioniert. Die Kills sind ordentlich, die Geschichte wird flott erzählt und man hat seinen Spaß. Leider sind einige Nebenfiguren ziemlich nervig und der Film schafft es nie, über ein "ganz nett".

6/10 Punkten. Es gibt Studien, die behaupten, Geld mache nicht glücklich. Ich würde trotzdem gerne einmal selbst nachprüfen, wie unglücklich ich mit ein paar Millionen auf dem Konto wäre.

BOND HAT KEINE WORK-LIFE-BALANCE Der 26-jährige James Bond überlebt als Einziger einen Auftrag in Island. Daraufhin wird...
12/07/2026

BOND HAT KEINE WORK-LIFE-BALANCE

Der 26-jährige James Bond überlebt als Einziger einen Auftrag in Island. Daraufhin wird er mit anderen Rekruten in das neue  00-Programm eingezogen. Gemeinsam mit seinen Kameraden soll er den abtrünnigen 009 aus der alten Ära aufspüren.

007 First Light geht zwischen 15 und 20 Spielstunden und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier eine Origin-Story rund um den berühmtesten Geheimagenten der Welt. Natürlich inklusive einfallsreicher Gadgets wie Uhrentaser, Raketenstiften oder Kotznadel.
Was hervorragend funktioniert, sind die Figuren. Allen voran Bond selbst. Er ist schlagfertig, charmant, etwas überheblich und hat ungefähr so viel Respekt vor Autoritäten wie ein Kater vor nem Staubsauger.
Auch die Bösewichte machen Laune. Von Attentäter-Zwillingen über Lenny Kravitz als afrikanischen Piratenboss bis hin zu einem Schurken mit einer Vorliebe für Masken ist alles dabei.
Die Story hat mich ebenfalls positiv überrascht. Bootcamp, erste Missionen, schmerzhafte Verluste und immer neue Schauplätze sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Dazu kommen Verschwörung rund um Regierung, KI und natürlich eine Femme fatale.
Spielerisch bewegt sich das Ganze zwischen Nathan Drake und Hitman. Wie man ans Ziel kommt, bleibt meistens einem selbst überlassen. Ich hatte deutlich mehr Spaß daran, zu schleichen und kreativ vorzugehen, statt alles über den Haufen zu schießen.
Was allerdings nervt, ist das Fehlen einer deutschen Sprachausgabe. Der englische Akzent ist teils schwer zu verstehen. Dazu kommt die KI der Gegner, die mal wieder mehr K als I ist. Die Grafik lässt an manchen Stellen ebenfalls zu wünschen übrig, außer bei der A***h animation die ist nämlich A***h geil.
Unterm Strich bleibt ein Spiel, das durch seine Figuren, die spannende Geschichte und das abwechslungsreiche Gameplay überzeugt.

8/10 Punkten. Richtig lachen musste ich über den Auftritt von Khaby Lame in Vietnam. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet.
#007

HIER IST ALLES HORROR AUẞER DER FILMDer Reisende erzählt uns in zehn Kurzgeschichten den Horror aus Deutschland. Von Ali...
11/07/2026

HIER IST ALLES HORROR AUẞER DER FILM

Der Reisende erzählt uns in zehn Kurzgeschichten den Horror aus Deutschland. Von Aliens über geheime Artefakte bis zu Verschwörungstheoretikern und dem drohenden Untergang der Menschheit durch Echsenmenschen ist alles dabei.

German Horror Story geht ca. 90 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen wilden Mix aus Horror, Sci-Fi, Action und Drama, der an die V/H/S-Reihe erinnert. Allerdings mit mehr Found und weniger Footage und allgemein in ziemlich schlecht.
Der Reisende, der aussieht wie eine Mischung aus Kobold, Gnom und Gremlin, keine Ahnung, was er genau darstellen soll, liest aus einem Buch die schrecklichsten Geschichten Deutschlands vor. Dabei geht es nicht um alte Sagen, die heutige Politik oder die Frage, warum manche Leute freiwillig Weißwürste essen.
Die einzelnen Episoden dauern ca. zehn Minuten und schwanken qualitativ zwischen grottig, anstrengend und "okay, das war jetzt tatsächlich ziemlich gut". Letzteres trifft allerdings nur auf Episode 4 zu. Anderer Look, Stil und eine völlig andere Art des Erzählens.
Alles andere fühlt sich dagegen an, als hätten Schüler einer Waldorfschule ihr Abschlussprojekt für die neunte Klasse abgegeben. Das Schauspiel ist miserabel, die Tonqualität unterirdisch und die übergeordnete Rahmenhandlung wirkt wie ein schlechter Witz.
Was man dem Film lassen muss: Die Masken und Kostüme funktionieren. Für ein Projekt, das aussieht, als hätte es ein Budget von 156,74 Euro und einen Döner-Gutschein gehabt, ist das respektabel. Außerdem gibt es in einer Episode sogar eine ordentliche Massenkampfszene.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das sicherlich seine Fans finden wird. Wer gerne mit ein paar Bier auf dem Sofa sitzt und sich an schrägen Trash erfreut, könnte hier sogar Spaß haben.

3/10 Punkten. Im Grunde kann sich Hollywood hier ein paar Ideen herauspicken und Gutes daraus machen.

ZWEI KAFFEES SIND EINE HINWEISKETTE Greg Russo ist ein gefeierter Autor, denn er hat die actiongeladene Sprüchekanone Ro...
10/07/2026

ZWEI KAFFEES SIND EINE HINWEISKETTE

Greg Russo ist ein gefeierter Autor, denn er hat die actiongeladene Sprüchekanone Rooster erschaffen. Nun muss er sich allerdings mit deutlich bodenständigeren Problemen herumschlagen. Seine Tochter droht von der Uni zu fliegen, nachdem sie das Haus ihres untreuen Ehemanns abgefackelt hat. Natürlich aus Versehen.

Rooster auf HBO Max hat 8 Episoden mit einer Laufzeit je Folge von ca. 30 Minuten. Wir haben hier eine Dramedy mit Steve Carell in der Hauptrolle und ich hatte wirklich meinen Spaß. Das liegt vor allem an Carell selbst und seinem komödiantischen Timing. Der Humor kommt trocken aus der Hüfte, mal nimmt man die moderne Empörungskultur aufs Korn, wenn Greg vor einem Ausschuss muss, weil er wieder einmal etwas "Falsches" gesagt hat. Dann wiederum konzentriert sie sich auf die Dynamik zwischen Greg und den Studenten, die zwischen ruhigen Momenten und dem typischen Studentenchaos pendelt.
Die Figuren funktionieren dabei fast durch weg. Nicht jeder macht eine Entwicklung durch, ist aber auch in Ordnung, manche ändern sich eben nicht. Mein persönliches Highlight waren allerdings Vorzimmerdame Christle und Präsident Walter (gespielt von Dr. Cox). Bei den beiden stimmen Humor, Tiefe und Schauspiel einfach.
Was mir gewaltig auf die Nerven ging, war die Dreiecksbeziehung zwischen Archie, Katie und Sunny. Hier wird betrogen, hintergangen und angeschmachtet, ohne dass ich verstanden habe, warum mich das interessieren sollte. Die Figuren sind anstrengend und tragen kaum etwas zur Geschichte bei, obwohl sie die Hälfte der Handlung einnehmen und dann gibt es noch diesen Cop. Er wirkt so fehl am Platz, wie Bart Simpson in einem Alienfilm.
Unterm Strich bleibt eine Serie, die unterhaltsam, kurzweilig und wirklich witzig ist. Die ernsteren Themen vergisst sie dabei nicht, auch wenn diese weniger stark sind als die humorvollen Momente.

7/10 Punkten. Eine zweite Staffel wurde bereits bestätigt und nach diesem Cliffhanger hoffe ich auch, dass sie kommt.

FAMILIE IST MAL FLUCH UND MAL SEGEN MMA-Legende Patton verdient seine Brötchen inzwischen mit Fischen. Doch der nahende ...
08/07/2026

FAMILIE IST MAL FLUCH UND MAL SEGEN

MMA-Legende Patton verdient seine Brötchen inzwischen mit Fischen. Doch der nahende Familienzuwachs bringt ihn in Geldnöte. Gleichzeitig wird sein kleiner Bruder schwer verletzt und dessen Schulden bei zwielichtigen Gestalten wachsen. Patton weiß zwar, was ein Kämpfer in solchen Situationen zu tun hat, die Frage ist nur, hat er es noch drauf?

Beast geht ca. 110 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen Action-Sportstreifen mit Daniel MacPherson, Russell Crowe und Luke Hemsworth in den Hauptrollen. Die Geschichte ist dabei uralt. Ein ehemaliger Champion steigt noch einmal in den Ring, um seinem Bruder zu helfen und etwas Geld zu verdienen. Denn in Filmen gilt die Regel: Wer finanzielle Probleme hat, bekommt erstmal ein Baby.
Überraschend gut sind allerdings die Figuren. Patton hat gute Gründe, warum er nicht mehr kämpft. Sein Trainer, gespielt von Russell Crowe, ist sauer auf ihn, weil Patton ihn einst im Stich gelassen hat und selbst der Bruder, der wie der Volltrottel der Familie wirkt, bekommt mehr Tiefe, als man vermuten würde.
Die Kämpfe sind das eigentliche Highlight. Jeder Schlag hat Wucht, jeder Takedown knallt und die Hebeltechniken sehen richtig gut aus. Das Training selbst ist solide umgesetzt und wenn gegen die Bratzen getreten wied, klingt das akustisch herrlich.
Leider hat der Film auch seine Schwächen. Es gibt einige Längen und manches wirkt nicht ganz rund. Mein persönliches Highlight ist Pattons Ehefrau. Die findet Gewalt abartig, jubelt aber am lautesten, sobald das Blut spritzt. Da war die pazifistische Einstellung wohl nicht so tief verankert.
Unterm Strich bleibt ein Film, der durchaus unterhält, weil die Figuren und die Kämpfe überzeugen. Die Geschichte ist allerdings vorhersehbar und beim Bruder hat man das Gefühl, das Drehbuch hätte ihn zu dämlich gemacht, damit auch garantiert die ganze Scheiße der Welt passiert. Andererseits kennt wahrscheinlich jeder jemanden, bei dem man sich täglich fragt, wie er überhaupt bis hierhin gekommen ist.

6/10 Punkten. Der süßeste Moment war, als Pattons Tochter flucht und er sich das Grinsen verkneifen muss.

WAS ZAHLT NETFLIX EIGENTLICH SO? Rudd ist ein Immobilienmakler, steht aber im Schatten seines großen Bruders. Warum? Der...
06/07/2026

WAS ZAHLT NETFLIX EIGENTLICH SO?

Rudd ist ein Immobilienmakler, steht aber im Schatten seines großen Bruders. Warum? Der ist reich. Um endlich selbst im Rampenlicht zu stehen, bewirbt sich Rudd bei einer Realityshow. Doch als sein "kleiner Bruder" Marcus auftaucht, wird sein chaotisches Leben endgültig auf links gedreht.

Little Brother auf Netflix geht ca. 100 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben. Wir haben hier eine Komödie mit John Cena, Eric André und Christopher Meloni in den Hauptrollen und muss ich sagen: Hab nicht ein einziges Mal gelacht. Das kann natürlich an mir liegen. Vielleicht bin ich der falsche für Humor, bei dem ein verletzter Typ aus einem Autofenster pinkelt oder und das halte ich für wahrscheinlicher, der Film ist einfach Mist.
Dabei hätte die Grundidee durchaus Potenzial. Drei völlig unterschiedliche Brüder, Neid, Selbstzweifel und eine Realityshow im Hintergrund, daraus hätte man eine gute Komödie machen können. Stattdessen setzt man auf Pipi-Kacka-Humor.
Marcus ist der typische Comic-Relief-Charakter. Er rennt n***t durch die Gegend, verletzt sich oder philosophiert darüber, dass das Auslecken des A***hlochs die größte Erfahrung des Lebens ist. Rudd wiederum versteht grundsätzlich alles falsch, leidet unter seinem Minderwertigkeitskomplex. Natürlich nimmt er später Drogen, weil das Drehbuch keinen anderen Weg kennt, Chaos zu erzeugen.
Seine Ehefrau versucht derweil, wieder mit ihm im Bett zu landen, völlig unabhängig davon, ob ihr Mann gerade mental am Boden liegt und dann wäre da noch die Realityshow. Die dient nur dazu, ein paar Gags über KI, Deepfakes und Social Media einzubauen. Alles nach dem Motto: "Das ist modern, darüber müssen wir Witze machen."
Unterm Strich bleibt eine Komödie, die für meinen Geschmack komplett an ihrem eigenen Humor scheitert. Die Figuren sind anstrengend, die Gags zünden nie und die gute Grundidee wird komplett verschenkt.

3/10 Punkten. Das Beste sind tatsächlich die Outtakes. Das war der erste und einzige Moment, in dem ich mal geschmunzelt habe.

SCHEIẞE PASSIERT AUCH AUS GUTEN ABSICHTEN Niki besitzt Gabe und Fluch zugleich. Er hat das absolute Gehör, braucht aber ...
05/07/2026

SCHEIẞE PASSIERT AUCH AUS GUTEN ABSICHTEN

Niki besitzt Gabe und Fluch zugleich. Er hat das absolute Gehör, braucht aber Kopfhörer, weil ihm die Welt zu laut ist. Als er eines Tages den Flügel eines reichen Schnösels stimment, sind ihm die Einbrecher im Haus zu laut. Also macht er kurzerhand den Safe auf, damit Ruhe ist.

The Piano Tuner geht ca. 105 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen Thriller mit Leo Woodall in der Hauptrolle und mir gefiel das Ganze wirklich ordentlich.
Die Idee eines Mannes, der zwar ein musikalisches Genie ist, seine Begabung aber nur zum Stimmen von Klavieren einsetzen kann, weil selbst das Musizieren ihn überfordert, ist originell umgesetzt. Leo Woodall spielt das glaubwürdig, aber Dustin Hoffman als Mentor ist trotz wenigen Momenten der Scene-Stealer. Der Humor zu Beginn ist fantastisch, leider verschwindet der im Laufe der Story.
Dass Niki sich wegen der hohen Arztrechnungen seines Mentors mit zwielichtigen Gestalten einlässt, wirkt wie die klassische "Ein letzter Job"-Geschichte. Natürlich weiß man, dass daraus nichts Gutes entstehen wird. Der Weg dorthin ist allerdings unterhaltsam erzählt. Die Musik ist zwar nicht meine Baustelle, wer aber mit klassischer Musik was anfangen kann, dürfte hier mehr Freude haben. Die Handlung selbst erfindet das Rad nicht neu, erfüllt ihren Zweck aber solide.
Etwas enttäuscht hat mich der eigentliche Safe-Knack-Part. Der hätte spannender inszeniert sein dürfen. Auch die Liebesgeschichte wirkt eher wie schmückendes Beiwerk. Man hat nie das Gefühl, dass sich die beiden ineinander verlieben. Vielmehr scheint sie von Nikis Genie fasziniert, während er aufgrund seiner Vergangenheit, Schwierigkeiten hat, Menschen zu ertragen.
Die Einbrecher wiederum sind generisch. Sogar sie selbst machen sich über ihren eigenen Akzent lustig.
Unterm Strich bleibt ein solider, kurzweiliger Thriller, der sich easy wegschauen lässt. Die Figuren funktionieren, die Geschichte bleibt interessant und das Finale überzeugt deshalb, weil es sich ehrlich und realistisch anfühlt.

7,5/10 Punkten. Man beklaut nur reiche Schnösel, weil die ihre Wertsachen nicht zu schätzen wissen.

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Manaus, AM

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